News TUM präsentiert neue GARMI-Generation

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Präzision, Empathie und Hightech: Die TU München hat die Weiterentwicklung ihres Assistenzroboters GARMI vorgestellt.

BVDD

Die Technische Universität München (TUM) hat eine neue Ausbaustufe ihres Pflege-Assistenzroboters GARMI vorgestellt. Präsentiert wurde die Plattform am Forschungszentrum in Garmisch-Partenkirchen im Rahmen eines Besuchs der bayerischen Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Ziel: Pflegekräfte bei wiederkehrenden Aufgaben entlasten und gleichzeitig die Unterstützung für pflegebedürftige Menschen im Alltag verbessern. Während der Fokus momentan primär auf der Altenpflege liegt, eröffnet die Sensorik des Roboters spannende Schnittstellen zu weiteren medizinischen Fachbereichen.

Mehr Alltag, weniger Science-Fiction

Der neue GARMI 1.1 ist auf typische Assistenzsituationen ausgelegt: Er kann Gespräche führen, ein Glas Wasser bringen, Gegenstände aufheben und sicher im Raum navigieren. Möglich wird das durch eine Kombination aus Sensorik und Kameratechnik, darunter Kameras auf „Augenhöhe“ sowie 3D-Kameras, die die Armbewegungen koordinieren und präzises Greifen unterstützen. 

Design als Sicherheitsfaktor

Spannend ist, dass die TUM nicht nur an Technik schraubt, sondern gezielt an der Wirkung auf Menschen. Dafür arbeitet das Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) mit dem Munich Design Institute (MDI) zusammen. Hintergrund: Ein Assistenzroboter muss nicht nur funktionieren, sondern auch Vertrauen vermitteln und intuitiv bedienbar sein.

Die dermatologische Schnittstelle: Sensorik und Telepräsenz

GARMI ist weit mehr als eine mobile Hebehilfe. Für die Dermatologie zum Beispiel ergeben sich durch die technische Ausstattung konkrete Anwendungsszenarien:

  • Autonome Haut-Dokumentation: Dank hochauflösender Kameras und 3D-Sensorik könnte der Roboter im Pflegealltag regelmäßige Screenings (z. B. Dekubitus-Monitoring oder Wunddokumentation) teilautomatisiert durchführen.
  • Tele-Dermatologie vor Ort: Der integrierte Bildschirm und die Telepräsenz-Funktionen erlauben es Fachärzten, sich virtuell “zuzuschalten”” GARMI fungiert dabei als verlängerter Arm und Auge des Dermatologen in Pflegeheimen oder im ländlichen Raum.
  • KI-gestützte Früherkennung: Integrierte KI-Module könnten Hautveränderungen bereits während der täglichen Routine-Interaktion scannen und bei Auffälligkeiten Alarm schlagen – ein Gamechanger für die Früherkennung in der Geriatrie.

Fazit für Digital Health

Als nächstes soll die Plattform so abgesichert werden, dass Tests und Einsätze sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch im häuslichen Umfeld möglich werden. Perspektivisch sehen die Forschenden viele Einsatzfelder: Roboter werden zunehmend zu mobilen Diagnose-Hubs. Für die Dermatologie bietet die Kombination aus hochpräziser Perzeption und KI-Anbindung das Potenzial, die Versorgungslücke zwischen Pflegeeinrichtung und Facharztpraxis effizient zu schließen.

 

ssey/bvdd