News Case Study Etteln: Vier Monate "Digitale Praxis" ohne Hausarzt, dafür mit KI

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Im September 2025 startete in NRW ein deutschlandweit einzigartiges Pilotprojekt: die erste digitale Hausarztpraxis ohne Arzt vor Ort. Eine erste Bilanz.

BVDD

Im September 2025 startete in Etteln (NRW) ein deutschlandweit einzigartiges Pilotprojekt: die erste digitale Hausarztpraxis ohne Arzt vor Ort. Heute, im Januar 2026, zeigt die erste Bestandsaufnahme: Das Modell funktioniert und könnte die Lösung für den ländlichen Ärztemangel sein.

Startschuss im September 2025

Nach fünf Jahren ohne medizinische Nahversorgung öffnete die Praxis in den ehemaligen Räumen von Dr. Bader am 1. September 2025 ihre Türen. Das Konzept der “Digi-Praxis-Etteln” unter der Leitung von Dr. Thomas Bandorski (Bad Wünnenberg) basiert auf einer hybriden Struktur: Vor Ort agieren medizinische Fachkräfte, die Diagnose erfolgt via Telemedizin.

Bestandsaufnahme Januar 2026: Akzeptanz übertrifft Erwartungen

Vier Monate nach dem Start ziehen die Verantwortlichen und das Innovationsnetzwerk DIHVA (Digitale Hausärztliche Versorgungsassistenz) eine positive erste Bilanz:

  • Hohe Patientenfrequenz: Die Hürde für digitale Konsultationen ist niedriger als erwartet. Patienten aller Altersklassen nutzen das Angebot, unterstützt durch geschultes Personal (Versorgungsassistenten).
  • Technik-Check: Die eingesetzten Diagnostik-Tools wie das „Higo“-System (digitale Otoskopie, Herz-Lungen-Auskultation) liefern präzise Daten, die in Echtzeit an den Hauptstandort übermittelt werden.
  • Effizienzgewinn: Durch die digitale Vorfilterung und strukturierte Datenaufnahme konnte die Kapazität der ärztlichen Versorgung in der Region stabilisiert werden, ohne dass physische Präsenzzeiten im Dorf nötig sind.

Digi Derma hat bereits 2024 über #DIHVA berichtet: https://www.digiderma.de/digi-derma/im-fokus/details/digitale-hausaerztliche-versorgungsassistenten-die-rettung-der-versorgung-im-laendlichen-raum/

Fokus Digital Health & KI

Der Kern des Ettelner Modells ist die Interoperabilität. Die via DIHVA gesammelten Daten fließen direkt in die digitale Patientenakte ein. Erste KI-gestützte Analysetools helfen bereits dabei, Routinebefunde vorzusortieren, sodass sich der Arzt in der Videokonferenz (via QR-Code-Login für Patienten) auf die wesentliche Diagnose konzentrieren kann.

Das Fazit für digiderma.de

Das Projekt Etteln beweist im Januar 2026: Digitale Versorgung ist keine Zukunftsmusik, sondern Realität. Besonders für Fachbereiche wie die Dermatologie, in denen bildgebende Diagnostik zentral ist, bietet dieses Modell eine Blaupause. Die Kombination aus lokaler Assistenz und digitaler Expertise sichert die Versorgung dort, wo klassische Praxisstrukturen wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind.

 

Mehr zu #DIHVA (Digitale Hausärztliche Versorgungsassistenz) unter anderem in diesem aktuellen Beitrag vom SR.

 

ssey/bvdd